Von der Heil- und Pflegeanstalt zum modernen Bezirksklinikum

Postkarte von 1912

Das Bezirksklinikum Mainkofen feierte 2011 sein 100-jähriges Bestehen.
Der Wandel, den die medizinische Fachklinik seither genommen hat, wird auch in der wechselnden Namensgebung der Einrichtung deutlich:
Irrenanstalt, Heil- und Pflegeanstalt, Nervenkrankenhaus, Bezirkskrankenhaus und heute Bezirksklinikum bzw. Fachklinik für Psychiatrie Psychotherapie und Psychosomatik, Forensische Psychiatrie, Neurologie und Neurologische Frührehabilitation.

Mit dem Fortschritt in der Medizin hat sich auch das Bild der Klinik geändert.
Dem Entstehungsgedanken aber - immer auf dem aktuellsten wissenschaftlichen Stand zu bleiben - ist das Bezirksklinikum während seiner zum Teil wechselvollen Geschichte mit Licht und Schatten unbeirrt auf seinem Weg zu einem modernen Klinikum treu geblieben.
Heute präsentiert sich Mainkofen, das seit Juni 2001 den Namen Bezirksklinikum trägt, als großzügig saniertes und mit modernster Medizintechnik ausgestattetes Klinikum.
Neben der bestmöglichen Betreuung der Patienten ist es ein besonderes Anliegen der Verantwortlichen, die Psychiatrie transparenter zu gestalten und durch mehr Verständnis und bessere gesellschaftliche Akzeptanz der sozialen Integration psychisch Kranker den Weg zu ebnen - vor allem mit qualifiziertem Fachpersonal wurde einer humanen Psychiatrie zum Durchbruch verholfen.
Der entscheidende Ansatzpunkt für eine zukunftsorientierte Verbesserung der psychiatrischen Versorgung ist jedoch die Abkehr von zentralen Großkrankenhäusern hin zu einem differenzierten Gesamtsystem auf der Grundlage einer heimatnahen klinischen Versorgung mit niedergelassenen Nervenärzten, teilstationären und stationären Einrichtungen sowie komplementären Diensten und Einrichtungen für die Vor- und Nachsorge der psychisch Kranken.

1907 - 1908 Beschluss und Planung

Die Geschichte des Bezirksklinikums Mainkofen beginnt am 15. November 1907.
An diesem Tag beschließt das Landratsplenum einstimmig, auf dem Gelände des Leeb-Anwesens in Mainkofen eine zweite niederbayerische Heil- und Pflegeanstalt zu bauen. Die neue Anlage sollte 'modernen ärztlichen Anschauungen entsprechen, in aufgelöster Bauweise im sogenannten Pavillon-Stil erstellt werden und mit agrikolem Betriebe ausgestattet sein, d.h. es sollen in ihr eine möglichst große Anzahl von Kranken beider Geschlechter zu Heilzwecken überhaupt und vorwiegend in der Landwirtschaft beschäftigt werden.‘
Mit der Planung und Ausführung wurde der königliche Bauamtsassessor Albert Haug beauftragt. Er entwarf im Laufe des Jahres 1908 ein Konzept für die Heil- und Pflegeanstalt Mainkofen - Kosten ca. 3.600.000 Mark.
Von diesem Projekt sollte zunächst nur ein Teil mit einem Aufwand von 2.800.000 Mark, der weitere Teil bei späterem Bedarf zur Ausführung kommen. Am 27. November 1908 genehmigte der Landrat die sofortige Ausführung des ersten Bauabschnittes.

Bauplan zur 2. Niederbayerischen Heil- und Pflegeanstalt Mainkofen

1909 - 1911 Bauphase

Grundsteinlegung am 19.11.1909

In prächtigem ländlichen Jugendstil errichtete Albert Haug nach seinen Entwürfen über 30 Gebäude in einer großzügigen Parklandschaft. In nur einem Jahr entstanden 10 Krankenstationen für 45 Patienten, ein Verwaltungsgebäude, mehrere Wirtschafts- und Wohngebäude und ein in Niederbayern einmaliger Jugendstil-Festsaal, der auch heute noch Mittelpunkt der Anlage ist.
Als charakteristisches Wahrzeichen Mainkofens entstand der sechseckige Wasserturm im Kern des Jugendstilensembles. Dieser Turm wurde von Haug dem Torturm seiner Heimatstadt Günzburg nachgebildet. Den Turm in Mainkofen schmückt zusätzlich eine Uhr und ein Bild des Hl. Florian, das vom Maler Georg Winkler stammt. Winkler hat auch den Festsaal in Anlehnung an Motive und Stil Franz von Stucks sowie die frühere Jugendstilkirche ausgemalt.

1911 Eröffnung

Im November 1911 wurde die neue beschäftigungs- und arbeitstherapeutisch orientierte Heil- und Pflegeanstalt Mainkofen eröffnet.
Anfang Dezember 1911 wurden die ersten Patienten von Deggendorf nach Mainkofen verlegt.

1914 - 1918

In der anfangs erfolgreichen Entwicklung der Heil- und Pflegeanstalt Mainkofen bildeten der Ausbruch des ersten Weltkrieges 1914 und vier Jahre Krieg einen tiefen Einschnitt. Während des Krieges wurden in 4 Häusern verwundete Soldaten betreut. Am 19.12.1918 wurde das Reservelazarett wieder aufgelöst.

 

 

Arbeitstherapien um 1930

1933 - 1945

Die Zeit des Nationalsozialismus war für Mainkofen das dunkelste Kapitel in seiner über 100-jährigen Geschichte.
Die Heil- und Pflegeanstalt Deggendorf, deren Räume schon teilweise an den Arbeitsdienst und an die SA verpachtet waren, wurde an den Staat verkauft. 1934 wurden alle Patienten und das gesamte Personal der Anstalt nach Mainkofen übersiedelt.
Der Erb- und Rassegedanke wurde zur Grundlage des völkisch-staatlichen Aufbaues im Nationalsozialismus. Staatlich sanktioniert, entschieden Erbgesundheit und Rassereinheit über eine Förderung der als "wertvoll" Erachteten und führten im Falle von diagnostiziertem "unwertem Leben" zur Diskriminierung, Verfolgung und Vernichtung unerwünschter Bevölkerungsgruppen. Hieraus entwickelten sich Forderungen, die Träger von angeblicher Minderwertigkeit an der Fortpflanzung zu hindern. Dies sollte in erster Linie über Zwangssterilisationen geschehen. Grundlage dafür war das "Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses", das am 01.01.1934 in Kraft trat. Zwangssterilisationen sind in Mainkofen in hundertfacher Weise an Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern beiderlei Geschlechts durchgeführt worden.

Mit Kriegsbeginn 1939 eskalierte diese Politik mit der Freigabe der Vernichtung "lebensunwerten Lebens". Eine unterstellte erbbiologische und gesellschaftliche Minderwertigkeit prädestinierte dabei gerade Anstalts- und Heimbewohner in den Augen von Wissenschaftlern, Verwaltungs- und Medizinalbeamten zu Opfern eines staatlich inzensierten Massenmordes. Der Begriff, der diesen Vorgang verharmlosend umschreibt, heißt Euthanasie, oder wie es in der berüchtigten Ermächtigung Adolf Hitlers rückdatiert auf den 01.09.1939 ausgedrückt ist: Gnadentod.


Von Januar 1940 bis August 1941 wurde die sogenannte T4-Aktion durchgeführt, bei der in sechs eigens eingerichteten Gasmordanstalten mehr als 70.000 Patienten, systematisch und zentral geplant, ermordet wurden. Die eigentliche, alle Patienten der Heil- und Pflegeanstalt Mainkofen umfassende Einbeziehung in die Aktion T 4 vollzog sich ab Sommer 1940. Mittels Meldebögen wurden alle Patienten durch eine T4-Kommission im August 1940 erfasst. Die Meldebögen wurden nach Berlin geschickt und dort Gutachtern vorgelegt. Ein Zeichen in einem schwarzen Feld auf dem linken unteren Rand des Meldebogens entschied über Leben und Tod: Ein Rotes Kreuz bedeutete Tötung, ein blaues Überleben.
In fünf Transporten wurden von Oktober 1940 bis Juli 1941 über 600 Patienten vom Bahnhof Pankofen mit Schnellzugwägen der Deutschen Reichsbahn über die Heil- und Pflegeanstalt Niedernhart in die Tötungsanstalt Schloss Hartheim bei Linz verbracht. Durchgeführt wurden diese Transporte von der "gemeinnützigen Krankentransportgesellschaft (Gekrat)". Ein weiterer Transport war für September 1941 geplant. Obwohl über die Tötungsaktionen als geheime Reichssache strenges Stillschweigen befohlen war, ließ sich der Zweck der Transporte nicht lange verheimlichen. Auf den Mitteilungen an die Angehörigen war angegeben, dass die Verstorbenen wegen Seuchengefahr verbrannt worden seien. Die genannten Todesursachen waren falsch. So wurde einer Frau mitgeteilt, dass ihr Mann an Blinddarmentzündung gestorben sei, obwohl schon Jahre vorher der Blinddarm operativ entfernt worden war. Erst nach der berühmten Predigt des Münsteraner Bischofs Clemens August Graf von Galen am 03.08.1941 wurde die T4-Aktion von Hitler offiziell gestoppt.

Nach der offiziellen Einstellung der Aktion T 4 fand das bayerische Innenministerium einen Ausweg, welcher die nicht zu verheimlichenden Tötungstransporte vermied und doch garantierte, dass wenigstens die Unproduktiven eliminiert werden konnten. Die ministerielle Anweisung hat als "Bayerischer Hungerkost-Erlass" traurige Berühmtheit erlangt. Am 30.11.1942 wurde angeordnet, dass sowohl in quantitativer wie in qualitativer Hinsicht diejenigen Insassen, die nutzbringende Arbeit leisten oder in therapeutischer Behandlung stehen, ferner die noch bildungsfähigen Kinder, die Kriegsbeschädigten und die an Alterspsychose Leidenden zu Lasten der übrigen Insassen besser verpflegt werden. Der damalige Direktor der Heil- und Pflegeanstalt Mainkofen ordnete umgehend die Einführung der sogenannten 3b-Kost an, eine fleisch- und fettlose Ernährungsform. Die Kranken sind mit dieser Kost sehr rasch verfallen, waren völlig ausgezehrt und sind im halbwachen Zustand verschieden. Auch die sonstigen Zustände in Mainkofen waren katastrophal. Es gab keine Wäsche, Kranke lagen völlig nackt in den Betten. Bettensäle waren nicht beheizt, die Kranken froren fürchterlich. Die Sterblichkeit in Mainkofen stieg sprunghaft an. Als Todesursache wurden überwiegend Lungentuberkulose oder Darmkatarrh angegeben. Mehrere hundert Patientinnen und Patienten der Heil- und Pflegeanstalt Mainkofen fielen der Hungerkost und den schrecklichen Zuständen zum Opfer.

1945 - 1949

Nach Kriegsende wurden alle 'Geisteskranken‘ aus der zerbombten Regensburger Anstalt in Mainkofen aufgenommen. Auch von anderen Anstalten kamen mit Sammeltransporten immer mehr Patienten nach Mainkofen. Die benötigte Bettenzahl für über 900 Kranke konnte nur durch Verminderung von Tagesräumen zugunsten von Schlafsälen sowie Belegung von Personal-
wohnungen geschaffen werden. Sogar der Festsaal wurde mit Notbetten belegt. Die größeren technischen Einrichtungen waren veraltet und funktionierten teilweise nicht mehr. Als die zentrale Heizungsanlage ausfiel, mussten die Krankenabteilungen im Winter notdürftig mit Zimmeröfen beheizt werden. Kanalisation und Kläranlage waren überbelastet und zur Seuchengefahr geworden. Diese Zustände dauerten jahrelang.
'Die Anstalt Mainkofen ist in einem kaum beschreibbaren baulichen Zustand‘, berichtete der spätere Direktor Dr. Haack. Vor allem die Krankenabteilungen sahen trostlos aus. Dächer, Zimmerdecken und Wände waren beschädigt, die Zementfußböden ohne Belag, das Mobiliar veraltet und verbraucht. Katastrophal war auch der Mangel an Bekleidung, an Bett- und Leibwäsche, an Matratzen, Wolldecken und Betten. Am meisten Sorge bereitete jedoch die Platznot.

 

 

Luftaufnahme

1949 - 1952

Nach der Währungsreform 1949 konnte mit eigenen Handwerkern begonnen werden, die gröbsten Mängel zu beseitigen. Nach und nach wurden Stationen von Grund auf renoviert und mit neuen Möbeln, Fußbodenbelägen usw. augestattet. Die sanitären Einrichtungen und Installationen wurden Zug um Zug erneuert, schadhafte Dächer und Fenster instand gesetzt. Große Strecken der Dampf-, Kondens- und Wasserleitungen mussten erneuert, die Heizungs-, Warmwasser- und Wasserversorgungsanlagen überholt werden.

Die Situation in Mainkofen war jedoch auch 1950 noch schlecht. Die Zimmer waren mit über 700 Patienten noch immer überfüllt und viele Häuser renovierungsbedürftig. Bett stand an Bett, überall mussten Lager aus Strohsäcken oder sonstigen Notbetten eingeschoben werden.

Mit dem am 30.4.1952 in Kraft getretenen bayerischen Verwahrungsgesetz wurde wieder die zwangsweise Unterbringung von Patienten in psychiatrischen
Krankenhäusern angeordnet. Dadurch sind die Zugangszahlen ab März 1952 erneut gestiegen, so dass der Bettennotstand immer größer wurde.

1952 - 1960

Erst ab 1953 konnte mit dem räumlichen Ausbau der Klinik sowie betriebswirtschaftlichen Ergänzungen und Neuerungen begonnen werden.
Bei einer Belegung mit über 800 Kranken wurden im September 1953 die zwei ersten Häuser im mittleren Ring der Anlage nach ursprünlichem Konzept für je 80 Männer und Frauen errichtet. Die Zahl der Patienten stieg jedoch unaufhörlich weiter, vor allem bei Frauen.
Es wurden neue Pläne für weitere Krankengebäude entwickelt, die gegenüber den bisherigen Gebäuden besser dem Charakter von Aufnahmeabteilungen entsprachen. Durch ein sogenanntes Zweiwege-System war es möglich, Neuzugänge ohne unliebsames Aufsehen direkt in die Aufnahme zu bringen. Auch bei der Gestaltung der Tages- und Schlafräume ging man zunehmend andere Wege und trug so den neuzeitlichen Betrebungen im psychiatrischen Krankenhausbau Rechnung.
Die Wandlung der Heil- und Pflegeanstalt Mainkofen alten Stils zum leistungsfähigen Nervenkrankenhaus Mainkofen begann mit der Errichung weiterer Gebäude von 1954-1974 im mittleren und äußeren Ring der Anlage. Im November 1954 wurden die beiden Krankengebäude 12 und 14 mit zusammen 160 Betten fertig gestellt, die Patientenzahl hatte sich jedoch auf 900 erhöht, so dass noch immer Betten fehlten.

Schlafsäle um 1950

1961 - 1974

Die Bebauung eines weiteren äußeren Ringes begann ab dem Jahre 1961 und endete nach zehnjähriger Bautätigkeit 1971. Diese Neubauten entsprachen in der damaligen Zeit den neuesten Erkenntnissen einer psychiatrischen Krankenhausbauweise. Das Verhältnis zwischen der Normalbettenzahl und einer Patientenzahl von 1420 war 1966 in etwa ausgewogen.
Auch die schnelle Entwicklung auf ärztlichem und pflegerischem Gebiet, die neue Behandlungsmethoden mit sich brachte, erforderte große kostspielige Anschaffungen. Modern eingerichtete Abteilungen für Röntgendiagnostik, für Elektrocardiographie und Enzephalographie, ein mit neuzeitlichen Apparaten und Geräten ausgestattetes Laboratorium, wie auch alle notwendigen elektrischen Unterschungs- und Behandlungsgeräte waren zu beschaffen, wie Medizinaldirektor Dr. W. Haack in einer Festschrift 1966 feststellte.

Mit der Errichtung neuer Gebäude im mittleren und äußeren Ring der Anlage begann die Wandlung der Heil- und Pflegeanstalt alten Stils zum leistungsfähigen Nervenkrankenhaus Mainkofen.1972 wurde die Kapazität auf 1400 Betten erweitet. Der niedrigste Krankenstand in diesem Jahr betrug 1418, am 1.12.1972 waren es jedoch wieder 1504 Patienten.1974 wurde der Festsaal zum Teil von eigenem Handwerkspersonal restauriert.

1975 - 1980

Entscheidender strategischer Ansatz für die Verbesserung der psychiatrischen Versorgung wurde auch in Mainkofen die Aufschlüsselung in ein differenziertes Gesamtsystem, zu dem die niedergelassenen Nervenärzte genauso gehörten wie die teilstationären und stationären Einrichtungen (Tag- und Nachtklinik), sowie ergänzende Dienste und Einrichtungen für die Vor- und Nachsorge. Neue Therapieformen wie die Kunst- oder Musiktherapie gewannen in Mainkofen an Bedeutung. Für die Sporttherapie wurde eine Mehrzweck-Sporthalle mit Tennisplatz gebaut. Nach entsprechenden Umbauarbeiten wurde 1977 eine psychiatrische Jugendabteilung mit 28 Betten eröffnet. Entscheidend für die Bedeutung des Fachkrankenhauses Mainkofen wurde die fachliche Gliederung in 'funktionsorientierte Abteilungen‘, so z.B. 1979 die Errichtung der Neurologischen Abteilung mit 30 Betten.1980 zeigte sich erneut die jahrelang beobachtete steigende Tendenz der Neuzugänge. Insgesamt wurden 1443 psychiatrische Patienten und 234 neurologisch Kranke aufgenommen. Die mit allen Kräften angestrebte Verminderung der durchschnittlichen Bettenbelegung hatte Erfolg:1972 = 1448 Betten - 1980 = 1091 Betten.(Quelle: Chronik 80 Jahre Bezirkskrankenhaus Mainkofen)

 

 

Schlaf- und Aufenthaltsräume Anfang der 90er-Jahre

1990 - 1999

Trotz knapper Mittel werden die wichtigsten geplanten und begonnenen Projekte der Dezentralisierung und Umstrukturierung durchgeführt.
Der Dezentralisierung der psychiatrischen Versorgung in Niederbayern dienten vor allem eine Spezialklinik für 140 psychisch kranke Rechtsbrecher in Straubing und eine geplante Klinik für psychisch Kranke in Landshut. Im Mai 1990 geht die neuerbaute Forensische Klinik in Straubing in Betrieb und 19 psychisch kranke Straftäter werden von Mainkofen nach Straubing verlegt.
1992 wird das moderne Therapie- und Rehabilitationszentrum für 50 Schlaganfallpatienten und Schädel-Hirn-Verletzte fertiggestellt. Sichtbares Zeichen der zunehmenden Differenzierung und Spezialisierung innerhalb der Psychiatrischen Klinik ist der Umbau des Suchtbereiches und der 2. Bauabschnitt des 'Gerontopsychiatrischen Zentrums‘ sowie der Neubau eines Arbeits- und Beschäftigungszentrums mit Cafeteria, Bewegungshalle und Rasenspielfeld (1994) und die Errichtung einer Kindertagesstätte (1991).
Durch Umbau und Sanierung des Diagnostikzentrums (1990), in dem sich neben der Neuroradiologie und der Neurophysiologie das hochmoderne klinisch-chemische Labor befindet, wurden auch für die Psychiatrie unabdingbare Voraussetzungen für verbesserte und nach dem modernsten Kenntnisstand durchführbare diagnostische Maßnahmen geschaffen.
Eine neue Interimsklinik mit 2 Stationen und 72 Betten ermöglichte ab 1991 durch vorübergehende Aufnahme der Patienten die Sanierung weiterer Krankenstationen. Außerdem wurden mit einem neuen 40-Betten-Langzeitpflegehauses (B 13) erstmals chronisch psychisch Kranke so untergebracht, dass sie wieder einen eigenen Lebensraum entwickeln konnten. Durch ein entsprechendes Ambiente konnte dadurch die verloren gegangene soziale Kompetenz unter therapeutischer Anleitung so weit wieder verbessert werden, dass bei einem beachtlichen Teil der Patienten eine Entlassung aus der Klinik möglich wurde.

 

 

 

2000 - 2003

Nach 10-wöchigem Umbau der Räumlichkeiten und Installation eines neuen Spiral-CT`s nimmt im April 2000 die Abteilung Computertomographie den Betrieb wieder auf. Der umgebaute und erweiterte Kindergarten in Mainkofen wird eingeweiht. Im Juli wird Haus B 7 für eine Lockerungswohngruppe forensischer Patienten fertiggestellt. Die Station C8E wird dem forensischen Bereich zugeordnet Im Juli 2000 geht eine Psychiatrische Institutsambulanz in Betrieb. Weitere Krankenstationen werden saniert und modernen Anforderungen angepasst.
Im Juli 2001 erfolgt auf Beschluss des Bezirkstages von Niederbayern die Umbenennung in Bezirks-klinikum Mainkofen. Die bisherige psychiatrische Aufnahmestation C 10 wird in den forensischen Bereich umgewidmet. Im November 2001 feiert das Bezirksklinikum Mainkofen sein 90-jähriges Bestehen.
Ein Mutter-Kind-Bereich in Haus B 10 wird im Juli 2002 eingeweiht. Im September wird der neue Anbau einer Tagklinik für Neurologische Rehabilitation an Haus C3 eröffnet. Im November erfolgt der Spatenstich für das neue Biomasse-Heizkraftwerk
Die Neurologische Klinik erhält 2003 eine Schlaganfalleinheit (Stroke-Unit) mit 5 Betten. Im April muss die Klinikwäscherei aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen werden.
Die forensische Station C 10 O wird im Mai nach Umbau neu eröffnet. Haus B 6 wird abgerissen. Hier soll die neue Aufnahmeklinik entstehen. Im Juli wird das Richtfest für das Biomasse-Heizkraftwerk gefeiert. In Passau eröffnet im Oktober eine Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie mit Institutsambulanz.

2004 - 2012

Im Januar 2004 wird das 90 Jahre alte Kesselhaus abgeschaltet. Die Energieversorgung der Klinik übernimmt das neue Biomasse-Heizkraftwerk. Am 24. November wird Richtfest der neuen Aufnahmeklinik gefeiert.
Die Bettenzahl in der Klinik für Neurologische Rehabilitation wird 2005 auf 36 Betten aufgestockt, dafür wurde die Tagklinik geschlossen. Die Stroke Unit-Einheit der Neurologischen Klinik wird zertifiziert.
Im Mai 2006 geht die Autogas-Tankstelle in Mainkofen offiziell in Betrieb.
Die neue Aufnahmeklinik mit Infozentrum wird im Juni offiziell eingeweiht. Die Psychiatrische Instituts-ambulanz zieht im Juli in die neuen Räume Haus B 6.
Patienten und Personal von Gebäude B 4 ziehen 2007 in die sanierte Interimsklinik D 9. Die künftige Nutzung von Haus B 4, das ursprünglich nach Bau der Aufnahmeklinik abgerissen werden sollte, ist weiter offen.

Ab 2013

Zur Umsetzung des bayerischen Psychiatrieplanes wurde im September 2013 in Passau ein weiteres Bezirkskrankenhaus eröffnet:

Das Bezirkskrankenhauses Passau beherbergt folgende Fachkliniken:
Fachklinik für Erwachsenenpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik mit
3 Stationen (je 20 Betten)
Tagesklinik (20 Plätze) und
Psychiatrischer Institutsambulanz
und eine


Fachklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik mit
Tagesklinik (18 Plätze)
Psychiatrischer Institutsambulanz und
Schule für Kranke

 

 

Quellenangaben:

Kreisamtsblatt für das Jahr 1907, Sitzungsprotokolle der Landsratssitzung am 15. u. 16.11.06
Staatsarchiv Landshut, Re. 168/1 Fasz. 750 Nr. 2039
Staatsarchiv Landshut, Rep. 168/1, Fasz 751.
Grundsteinlegungsurkunde Nr. 36395
Archiv BK Mainkofen Inventar Nr. 541
Archiv G. Schneider
Chronik '80 Jahre Bezirkskrankenhaus Mainkofen'

Kontakt

Bezirksklinikum Mainkofen
94469 Deggendorf

Tel. 09931 87 0 (Telefonzentrale)